Elektrizität in Tunesien im Jahr 2024
In Tunesien wird der Großteil des Stroms fast ausschließlich aus fossilen Brennstoffen erzeugt, wobei der Anteil bei etwa 86% liegt. Gas dominiert dabei mit einem ähnlichen Anteil. Importierte Energie macht etwas über 10% des Stromverbrauchs aus. Bedauerlicherweise stammt nur ein kleiner Teil der Stromerzeugung, rund 4%, aus kohlenstoffarmen Quellen. Solartechnik macht etwas mehr als 2% und Windenergie etwa 1,4% der gesamten Stromerzeugung aus. Dieser hohe Anteil fossiler Brennstoffe führt zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich Klimawandel und Luftverschmutzung.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen EIA, Ember und IEA. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Tunesien?
Die jüngsten Stromverbrauchsdaten in Tunesien zeigen einen rückläufigen Trend: Der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 1899 kWh, was einem Rückgang im Vergleich zum Rekordniveau von 1979 kWh im Jahr 2022 entspricht. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung beträgt derzeit 68 kWh pro Person, knapp unter dem Vorjahresrekord. Dieser Rückgang in der gesamten und der sauberen Stromerzeugung ist alarmierend, da der Bedarf an Elektrizität in Zukunft weiter steigen wird. Eine nachhaltige Energiezukunft erfordert daher einen deutlichen Ausbau der sauberen Energien.
Vorschläge
Tunesien könnte erheblich von den Erfahrungen anderer Länder profitieren, die erfolgreich ihren Anteil an kohlenstoffarmer Energieproduktion gesteigert haben. Ländern wie Dänemark und Iowa, wo der Windenergieanteil bei rund 60% liegt, und Nevada oder Kalifornien, die über 30% ihrer Elektrizität aus Solarenergie beziehen, sind inspirierende Beispiele. Auch die Kernenergie bietet eine verlässliche saubere Alternative. Frankreich und die Slowakei erzielen über zwei Drittel ihrer Elektrizität aus Kernkraft. Tunesien sollte in den Ausbau von Sonnen- und Windkraft investieren und darüber hinaus Kernenergie als Schlüssellasthalter in Betracht ziehen, um den Anforderungen einer eskalierenden Elektrifizierung gerecht zu werden.
Geschichte
Der Einsatz kohlenstoffarmer Energie in Tunesien reicht bis in die 1980er Jahre zurück, begonnen mit bescheidenen Zuwächsen bei der Wasserkraft. In den 2000er Jahren und den letzten Jahrzehnten hat sich der Fokus zunehmend auf Windenergie verlagert, mit sporadischen Fortschritten und Rückgängen. Seit 2021 trägt auch Solarenergie einen kleinen, aber wachsenden Anteil bei. Der Fortschritt verlief oft schleppend und lückenhaft, insbesondere in den letzten Jahren, in denen sowohl Wind- als auch Sonnenenergie nur langsam gewachsen sind. Tunesien steht noch am Anfang seiner Reise zu einer kohlenstoffarmem Stromproduktion und sollte gezielt in bewährte und saubere Technologien investieren, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.








