Brasilien bezieht derzeit über 87% seines Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen, was eine bemerkenswerte Leistung darstellt. Mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs wird durch Wasserkraft gedeckt, gefolgt von fast einem Drittel, das durch Wind und Solar abgedeckt wird. Die fossilen Brennstoffe machen hingegen nur etwa 13% des Gesamtverbrauchs aus, wobei Gas den Großteil dieser Kategorie ausmacht. Diese hohe Abhängigkeit von sauberen Energiequellen ist ein bedeutender Schritt zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele. Dennoch stellt die nächste Herausforderung die Elektrifizierung anderer Sektoren dar, wie Transport, Heizung und Industrie, was eine erhebliche Steigerung der Stromerzeugung erfordert.
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Wächst der Strom in Brasilien?
Trotz der lobenswerten Erzeugung von kohlenstoffarmem Strom stagniert der gesamte Stromverbrauch in Brasilien. Die aktuelle Stromverbrauchsrate von 3525 kWh pro Person für das Jahr 2025 liegt unter dem Höchstwert des Vorjahres, 2024, bei 3590 kWh pro Person. Ebenso ist die Erzeugung von kohlenstoffarmem Strom von einem Hoch von 3116 kWh pro Person im Jahr 2024 leicht auf 3078 kWh pro Person im Jahr 2025 gesunken. Diese Rückgänge sind besorgniserregend, da das Land mehr elektrische Energie benötigt, um die Elektrifizierung verschiedener Sektoren voranzutreiben und die Umweltauswirkungen von fossilen Brennstoffen zu mildern.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Brasilien weiter zu steigern, wäre der Ausbau bestehender Wind- und Solaranlagen sinnvoll. Beide Technologien haben sich bereits als bedeutende Energiequellen im Land etabliert und bieten Potenzial für Wachstum. Die Errichtung zusätzlicher Kapazitäten in diesen Bereichen kann den Strombedarf decken, der durch die Elektrifizierung von Transport, Industrie und anderen Sektoren entsteht. Indes bleibt auch die Kernenergie eine wichtige Option zur Emissionseinsparung und Versorgung mit verlässlichem, sauberem Strom. Ein klares Bekenntnis zum Ausbau kohlenstoffarmer Technologien ist entscheidend, um künftige Herausforderungen zu meistern.
Geschichte
Historisch betrachtet erlebte Brasilien in den 1980er Jahren einen bedeutenden Anstieg der Wasserkrafterzeugung, insbesondere 1984 mit einem Anstieg von 15,1 TWh. Die 2000er Jahre waren von Schwankungen in der Wasserkrafterzeugung geprägt, mit bemerkenswerten Zuwächsen in den Jahren 2002 und 2003, gefolgt von einem weiteren starken Anstieg 2007 um 25,2 TWh. Im Jahr 2021 trugen sowohl Windenergie als auch ein großes Wachstum der Solarkapazitäten in den folgenden Jahren zur Energiemischung bei. Ein starker Rückgang in der Wasserkrafterzeugung 2021 um 33,2 TWh wurde 2022 durch einen spektakulären Zuwachs von 63,7 TWh wettgemacht. Die Entwicklungen in den Jahren 2023 und 2024 unterstreichen die Bedeutung der Solar- und Windenergie für die zukünftige Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromversorgung Brasiliens. Um den gestiegenen Strombedarf zu decken und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter zu reduzieren, sollte Brasilien seinen Fokus verstärkt auf den Ausbau sauberer Energiequellen legen.








