Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs in Bolivien zeigt eine deutliche Dominanz fossiler Brennstoffe, die über 62% des Stroms liefern, wobei Gas mit rund 60% den größten Teil ausmacht. Kohlenstoffarmer Strom hat einen Anteil von fast 38%, wobei die Wasserkraft die Hauptquelle ist, die mehr als ein Viertel des gesamten Stroms produziert. Wind-, Biokraftstoffe- und Solarenergie tragen hingegen zusammen nur etwa 10% bei. Diese Zahlen verdeutlichen die Abhängigkeit Boliviens von fossilen Brennstoffen, während der kohlenstoffarme Sektor noch vergrößert werden muss.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Bolivien?
Im Jahr 2024 war ein leichter Anstieg beim Stromverbrauch in Bolivien zu verzeichnen, was durch eine Zunahme der Pro-Kopf-Stromnutzung um 23 kWh auf 998 kWh angezeigt wird. Gleichzeitig stieg die Produktion von kohlenstoffarmen Strom von 350 kWh pro Person im Jahr 2021 auf 379 kWh im Jahr 2024. Diese Entwicklung zeigt, dass Bolivien seine kohlenstoffarmen Kapazitäten erweitert hat, wobei die Zunahme um 29 kWh pro Person ein ermutigender Schritt in die richtige Richtung ist. Trotz dieser positiven Anzeichen bleibt weiteres Wachstum notwendig, um den steigenden Nachfrage zu begegnen und umweltfreundlicher zu werden.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Bolivien zu erhöhen, könnte das Land von den Strategien ähnlicher Regionen lernen. Zum Beispiel hat Uruguay beeindruckende Erfolge mit Windenergie erzielt, die einen beachtlichen Anteil von über 30% erreicht hat. Außerdem könnte der Ausbau der Solarenergie wie in Ländern wie Chile, das 25% seines Stroms aus Solarenergie bezieht, Bolivien dabei helfen, seinen nachhaltigen Stromanteil zu steigern. Schließlich sollte die Einführung von Kernenergie ernsthaft in Betracht gezogen werden, inspiriert von Ländern wie Frankreich und der Slowakei, wo Kernkraftwerke den Großteil der kohlenstoffarmen Elektrizität liefern und so eine zuverlässige und saubere Energiequelle darstellen.
Geschichte
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Boliviens kohlenstoffarme Stromerzeugung, hauptsächlich durch Wasserkraft, im Verlauf der letzten Jahrzehnte bedeutenden Schwankungen unterlag. In den 1980er Jahren gab es kleinere Rückgänge, während in den 1990er und frühen 2000er Jahren eine langsamere Entwicklung stattfand. Auffällige Zuwächse sind vor allem in den letzten zehn Jahren zu beobachten, insbesondere zwischen 2017 und 2019. Auch 2024 konnte die Wasserkraft um 0,5 TWh gesteigert werden. Diese historischen Entwicklungen legen nahe, dass eine Intensivierung der Investitionen in kohlenstoffarme Technologien, einschließlich Wind- und Solarenergie, sinnvoll wäre, um stabile und nachhaltige Fortschritte zu erzielen.








