Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs in Nordmazedonien zeigt eine vielfältige Mischung von Energiequellen. Mehr als die Hälfte der Elektrizität stammt aus fossilen Brennstoffen und Netto-Importen. Fossile Brennstoffe machen 36 % der Stromerzeugung aus, wobei Kohle mit 24 % dominiert und Gas einen Anteil von knapp 12 % beiträgt. Netto-Importe decken ein weiteres Drittel des Bedarfs. Auf kohlenstoffarme Energien entfallen rund 30 % des Stromverbrauchs, wobei die Wasserkraft mit 17 % die führende Rolle spielt. Solarenergie trägt mit etwa 8 % bei, während Windkraft einen Anteil von ungefähr 4 % hat. Diese Verteilung zeigt eine erhebliche Abhängigkeit von fossilen Energiequellen, unterstreicht aber auch das Potenzial für eine verstärkte Nutzung kohlenstoffarmer Energien zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen.
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Wächst der Strom in Nordmazedonien?
In Bezug auf das Wachstum des Stromverbrauchs gibt es gemischte Signale. Der aktuelle Stromverbrauch pro Kopf liegt bei 4195 kWh, was ein Rückgang von 429 kWh im Vergleich zum historischen Höchststand von 2011 ist. Dies zeigt einen gewissen Rückgang oder Stagnation in der Gesamtnachfrage. Dennoch gibt es positive Entwicklungen im Bereich der kohlenstoffarmen Stromerzeugung. Der jüngste Rekord liegt bei 1261 kWh pro Person, was eine Steigerung von 65 kWh im Vergleich zum vorherigen Höchststand im Jahr 2023 darstellt. Diese Zunahme in der kohlenstoffarmen Erzeugung ist ermutigend und weist darauf hin, dass ein bewusstes Bemühen um umweltfreundlichere Energiequellen existiert.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Nordmazedonien zu erhöhen, könnte das Land von den Erfahrungen ähnlicher Regionen lernen. Länder wie Frankreich und die Slowakei zeigen die mächtige Rolle der Kernenergie, die dort bis zu 67 % der Stromerzeugung erreicht. Bei der Nutzung von Windkraft könnte Nordmazedonien von Dänemark inspiriert werden, wo Wind fast 60 % der Stromversorgung ausmacht. Solarenergie, wie sie in Kalifornien mit über 30 % genutzt wird, bietet ebenfalls großes Potenzial. Durch die strategische Förderung von Solar- und Kernkraftwerken könnte Nordmazedonien seinen kohlenstoffarmen Anteil signifikant erhöhen und seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Importen verringern.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Nordmazedonien wurden insbesondere durch die Wasserkraft immer wieder Schwankungen verzeichnet. In den frühen 1990er Jahren war ein leichter Zuwachs zu beobachten, gefolgt von einem Rückgang bis 2001. Ab 2003 gab es phasenweise Zuwächse, insbesondere im Jahr 2010, bevor es zu weiteren Rückgängen und nur zyklischen Anstiegen kam. In den letzten Jahren, insbesondere seit 2023, hat die Solarenergie begonnen, einen bescheidenen Beitrag zu leisten. Der Wechsel zu einer stabileren und nachhaltigeren kohlenstoffarmen Stromerzeugung bleibt eine herausfordernde, aber wesentliche Aufgabe für die Zukunft.








