In Mauritius wird der Großteil des Stroms nach wie vor aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Diese machten 2023 über 80 % der gesamten Stromerzeugung aus, wobei Kohle mehr als ein Drittel davon ausmacht. Kohlenstoffarme Energiequellen tragen insgesamt rund 17 % zur Stromerzeugung bei. Innerhalb dieser Gruppe spielen Biokraftstoffe die größte Rolle mit fast 10 %, gefolgt von Solarenergie mit knapp 5 % und schließlich Wasserkraft mit etwa 3 %. Der relativ niedrige Anteil kohlenstoffarmer Energie unterstreicht die Notwendigkeit, mehr in saubere Energiequellen zu investieren, um die negativen Auswirkungen auf das Klima durch fossile Brennstoffe zu reduzieren.
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Wächst der Strom in Mauritius?
Aktuell zeigt sich ein leichter Anstieg im Stromverbrauch pro Kopf in Mauritius. Im Jahr 2023 lag der Stromverbrauch bei 2568 kWh pro Person, was einen Anstieg gegenüber dem bisherigen Rekord von 2511 kWh im Jahr 2019 darstellt. Dies deutet darauf hin, dass der Bedarf an Strom leicht zunimmt. Allerdings ist der Anteil an kohlenstoffarm erzeugtem Strom zurückgegangen, von einem bisherigen Höchstwert von 546 kWh pro Person im Jahr 2020 auf 448 kWh im Jahr 2023. Dies ist ein Rückgang um 98 kWh pro Person und gibt Anlass zur Sorge, da eine Zunahme kohlenstoffarmer Energieerzeugung entscheidend für eine nachhaltige Zukunft ist.
Vorschläge
Um den Anteil an kohlenstoffarmer Stromerzeugung zu erhöhen, kann Mauritius von erfolgreichen Regionen lernen. Nationen wie Dänemark und Iowa, die stark auf Windenergie setzen, könnten als Vorbilder dienen. Auch Solarenergie stellt ein großes Potenzial für Mauritius dar, wie erfolgreiche Beispiele aus Nevada (34 %) oder Kalifornien (31 %) zeigen. Schließlich sollte die Rolle der Kernenergie nicht unterschätzt werden, wie beispielsweise Frankreich demonstriert, wo sie zwei Drittel des Stroms liefert. Ein verstärkter Einsatz von Kern- und Solarenergie könnte entscheidend dazu beitragen, den Übergang zu sauberer Energie in Mauritius zu beschleunigen.
Geschichte
Historisch gesehen hat sich die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Mauritius nur langsam entwickelt. In den 1980er Jahren gab es leichte Veränderungen durch Wasserkraft, während in den 1990er Jahren Biokraftstoffe allmählich eingeführt wurden. Seit den 2000er Jahren haben sowohl Bio- als auch Wasserkraft gezeigt, dass sie weitgehend stagnieren. Ein nennenswerter Anstieg durch Solarenergie fand erst 2019 statt. Auch in den 2010er Jahren kam es zu geringen Anstiegen und gelegentlichen Rückgängen in der Bioenergieerzeugung. Angesichts dieser Geschichte besteht ein deutlicher Handlungsbedarf, um die kohlenstoffarme Energieerzeugung erheblich zu steigern und den Anteil fossiler Brennstoffe zu verringern.








